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| Ihre Werke |
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Jane Austen ist die bekannteste Autorin romantischer Werke des frühen 19. Jahrhunderts, sie hat sechs Romane vollendet :
| Folge- und Komplementärromane |
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Man findet inzwischen eine große Anzahl von Folgeromanen, Abwandlungen oder gar Filme zu den Charakteren bzw. Geschichten von Jane Austen. Die bekanntesten Filme sind sicherlich Sinn und Sinnlichkeit mit Emma Thompson (die Originalübersetzung des Romantitels wollte man wohl nicht verwenden, statt dessen lieber eine sinnverdrehende Alliteration) und Clueless mit Alicia Silverstone, ein Film, der sich die Essenz von Emma in die heutige Zeit überträgt.
| Joan Aiken |
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Erwähnenswert ist wohl die bekannte zeitgenössische Autorin Joan Aiken, die (außer Gruselgeschichten zu schreiben) sich an dem literarischen Drahtseilakt versucht hat, die Figur der Jane Fairfax aus Emma in einem Komplementärroman auszuleuchten. Dieses ist ihr - im Gegensatz zu Werken manch anderen Autors - vergleichsweise bravourös gelungen, so daß man ihr kleinere Unstimmigkeiten ihres Romans Jane Fairfax gerne vergibt. Als weitere Werke kommen noch die Folgeromane Mansfield Revisited als Nachfolger zu Mansfield Park (über Fannys Schwester Susan) und Elizas Tochter, der sich an Sense And Sensibility anschließt und das Leben von Colonel Brandons Schützling wiedergibt, hinzu. Außerdem hat sie noch das unvollendete Die Watsons in Emma Watson nicht nur fortgesetzt, sondern auch den Anfang völlig neu geschrieben.
Sowohl Elizas Tochter als auch Emma Watson kann ich bestenfalls eingeschränkt empfehlen. Ersteres tritt ziemlich rücksichtslos auf den geliebten Charakteren aus Sense and Sensibility herum, so daß man diesen abenteuerlichen Roman nur dann genießen kann, wenn man weder Elinor noch Marianne oder Margret allzusehr ins Herz geschlossen hat - und wer hat das nicht ? Den zweiten Roman finde ich zwar nicht mißlungen, doch ist es nicht die beste Vollendung, die ich bisher gelesen habe.
| Jane Gillespie |
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Von Jane Gillespie besitze ich die fünf Romane Deborah, Ladysmead, Aunt Celia und Teverton Hall. Ihre Bücher sind eher kurz gehalten und erweitern die Originalwerke von Jane Austen, indem sie die Schicksale der Randfiguren beleuchten und entwickeln. So befreit sich Anne de Burgh in Deborah endlich aus ihrer Abhängigkeit von Lady Catherine. Ein anderes Buch erzählt und von den Kindern der Familie Collins.
Die Bücher von Jane Gillepsie bieten keine allzu große Tiefe, und ihr Schreibstil ist auch weit entfernt von der Vorlage. Aber ihre Werke sind sehr amüsant, behandeln die Originalfiguren mit viel Liebe und Respekt (im Gegensatz zu Joan Aiken) und entwerfen interessante Schicksale für ihre Helden.
| Sonstige |
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Das Buch Later Days at Highbury von Joan Austen-Leigh (genau, eine Nachfahrin von Jane Austen) schließt sich an Emma an und ist in Form von Briefwechseln verfaßt worden, und zwar im Wesentlichen zwischen Mrs. Goddard und ihrer Schwester Mrs. Pinkney sowie zwischen Mrs. Elton und ihrer Schwester. Die Eltons sind inzwischen nach London gezogen, wo sie den Pinkneys über den Weg laufen. In Highbury ist ein neuer Geistlicher, und auch in Hartfield sind neue Gesichter, seit Emma mit ihrem Mann nach dem Tod des alten Mr. Woodhouse nach Donwell Abbey gezogen sind. Es ist herrlich, den gesamten Klatsch zu genießen, den Mrs. Goddard an ihre Schwester weiterleitet.
Das Buch The Third Sister von Julia Barret schließt sich an Sense and Sensibility. Die kleine Margret ist nun selbst im heiratsfähigen Alter, muß aber weiter in beengenden Verhältnissen mit ihrer Mutter leben. Wird auch ihren Weg ein netter junger Mann kreuzen ? Dieses Buch ist an sich nicht schlecht, aber man sollte weder dem Stil noch der Glaubwürdigkeit aller Einzelheiten zu viel Gewicht beimessen. Gemeinhin gilt Julia Barrett jedenfalls als eine der schlechtesten Autoren von Fortsetzungsromanen.
Wer die 1995er Version von Pride and Prejudice von der BBC (mit Jennifer Ehle und Colin Firth) gesehen hat, wird überrascht feststellen, daß Darcy's Story von Janet Aylmer fast wortwörtlich an manchen Dialogen des Filmes hängt und auch seinem Erzähltempo folgt. Jedoch erfahren wir die Dinge aus Darcys Sicht. Wir erfahren beispielweise, wann und wie er sich in Elizabeth verliebte und wie er seine Schwester gerade noch davon abhalten konnte durchzubrennen.
Das erste Jahr auf Pemberley nach der Hochzeit von Elizabeth und Fitzwilliam Dary beschreibt Letters from Pemberley von Jane Dawkins. Es ist in der Form von Briefen von Elizabeth an ihre Schwester Jane verfaßt und sehr amüsant zu lesen. Leider halten sich viele Formulierungen derart dicht ans Original, daß es schon ein wenig störend ist.
Eine der wohl seltensten Forsetzungen ist Pemberley Shades von D. A. Bonavia Hunt, das sich an Pride and Prejudice anschließt. Es ist schon lange nicht mehr im Druck, aber meiner Meinung nach die beste Fortsetzung, die ich je gelesen habe. Der Stil ist nahe an dem, was man erwarten kann (niemand kann genau den Stil von Jane Austen treffen).
In die gleiche Kerbe schlägt auch Excessively Diverted von Juliette Shapiro. Es ist sehr unterhaltsam und führt die Charaktere recht glaubhaft weiter. Puristen sollten allerdings gewarnt sein, daß hier viele Unterhaltungen der Privatsphäre der Akteure entspringen. Eben diese Privatsphäre hat Jane Austen jedoch ihren Charakteren stets weit mehr zugestanden.
Noch weniger Privatsphäre wird unserer Familie Darcy in The Darcys - Scenes from Married Life von Phyllis Furley gegönnt. Hier breitet sich ein Schatten über das Glück des jungen Paares aus wegen einiger Dinge, die Darcy in seiner Jugendzeit so getrieben (wörtlich zu nehmen!) hat. Interessanterweise befremdet deshalb gerade die Tatsache, daö das Buch sprachlich recht gut auf Jane Austens Linie liegt, doch ziemlich, denn solche Einblicke hätte Jane Austen doch niemals zu geben gewagt.
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